Geologisch gesehen ist der Mond kein völlig „eingefrorener“ Himmelskörper. Eine aktuelle Analyse seiner Oberfläche hat gezeigt, dass der natürliche Satellit der Erde weiterhin allmählich schrumpft. Astronomen haben neue Reliefmerkmale identifiziert, die auf eine anhaltende Kompression und Bewegung der Mondkruste hindeuten.
Experten hatten zuvor festgestellt, dass der Radius des Mondes in den letzten 200 Millionen Jahren um fast 50 Meter geschrumpft ist. Dies ist auf die allmähliche Abkühlung und Verdichtung seiner inneren Schichten zurückzuführen. Neue Beobachtungen bestätigen, dass dieser Prozess nicht zum Stillstand gekommen ist. Ein internationales Wissenschaftlerteam hat über tausend bisher unbeschriebene kleine gefaltete Grate in dunklen Basaltebenen entdeckt – die sogenannten Mondmeere. Die Gesamtzahl solcher Strukturen hat 2.634 erreicht.
Solche Falten und Verwerfungen entstehen durch die globale Kompression der Mondoberfläche. Ihr Alter ist vergleichbar mit dem von Lobatat-Steilhängen – charakteristischen Felswänden, die zuvor im Hochland des Mondes entdeckt wurden. Grate und Steilhänge bilden oft ein einziges System, was auf einen gemeinsamen Entstehungsmechanismus hindeutet. Das Durchschnittsalter der neu entdeckten Formationen wird auf etwa 124 Millionen Jahre geschätzt, während die Steilhänge etwas jünger sind – etwa 105 Millionen Jahre.

Mitautor Tom Watters vom Center for Earth and Planetary Studies betonte, dass die neuen Daten bestätigen, dass der Mond tektonisch aktiv bleibt und weiterhin langsam schrumpft. Studienleiter Cole Naipaver merkte an, dass dies das erste Mal ist, dass eine so weitverbreitete Verteilung solcher Verwerfungen speziell in den Mondmeeren dokumentiert wurde. Dies ermöglicht ein umfassenderes Verständnis der aktuellen tektonischen Aktivität des Mondes. Wissenschaftler gehen davon aus, dass zukünftige Weltraumprogramme dazu beitragen werden, die innere Struktur des Mondes, die Merkmale seiner thermischen Entwicklung und die Natur von Mondbeben weiter zu erforschen. Insbesondere die Artemis-II-Mission, deren Start in Kürze erwartet wird, plant, eine Besatzung um den Mond zu fliegen und zusätzliche Daten über seine Oberfläche und geologische Prozesse zu sammeln.
Zur Erinnerung: Wissenschaftler haben entdeckt, dass der Komet 3I/ATLAS die Bausteine des Lebens ins All schleudert.
Fortsetzung folgt…
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