Webb-Weltraumteleskop enthüllt Nebel, der einem menschlichen Gehirn ähnelt

Webb-Weltraumteleskop enthüllt Nebel, der einem menschlichen Gehirn ähnelt

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Das James-Webb-Weltraumteleskop hat in den mysteriösen Nebel PMR 1, unter Astronomen besser bekannt als „Nackter Schädel“, geblickt. Neue Bilder enthüllen unglaubliche Details dieses Objekts – das letzte Stadium im Leben eines Sterns, dessen Struktur einem Gehirn ähnelt, das von einem transparenten Schädel umschlossen ist.

Der Nebel befindet sich etwa 5.000 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Vela (Segel). Der Name PMR 1 leitet sich von den Initialen der Nachnamen der Astronomen Parker, Morgan und Russell ab, die ihn Ende der 1990er-Jahre erstmals mit dem 1,2-Meter-Schmidt-Teleskop der Australian Astronomical Observatory beobachteten. Im Jahr 2013 wurde das Objekt mithilfe des Spitzer-Weltraumteleskops im Infrarotbereich untersucht, und sein ungewöhnliches Aussehen brachte dem Nebel seinen ikonischen Spitznamen ein.

Für die neuen Beobachtungen nutzte die James-Webb-Raumsonde die NIRCam-Kamera für Nahinfrarotaufnahmen und das MIRI-Instrument für Mittelinfrarotaufnahmen. Die hohe Auflösung ermöglichte eine detaillierte Untersuchung der komplexen inneren Struktur der Gase, die das „Gehirn“ bilden. Dieses ist von einer dünnen Wasserstoffhülle umgeben, wodurch ein „Schädel“-Effekt entsteht. Wissenschaftler vermuten, dass die äußere Hülle früher ausgestoßen wurde und bereits abgekühlt ist, während der innere Teil kürzlich ionisierte Gase enthält.

Webb-Weltraumteleskop enthüllt Nebel, der einem menschlichen Gehirn ähnelt 1

Astronomen interessieren sich besonders für einen tiefen Riss im Zentrum des Nebels, der das „Gehirn“ optisch in zwei Hälften teilt. Er soll durch die polaren Jets des sterbenden Sterns entstanden sein. Aufnahmen mit MIRI zeigen, wie ionisiertes Gas die Wasserstoffhülle an der Oberseite des Objekts durchbricht. Sollte sich dies bestätigen, könnten Wissenschaftler die Ausrichtung des Zentralsterns relativ zum Nebel genauer bestimmen.

Die Natur des Zentralsterns selbst bleibt jedoch ein Rätsel. Als der Nebel in den 1990er-Jahren entdeckt wurde, deuteten Spektraldaten darauf hin, dass es sich um einen Wolf-Rayet-Stern handeln könnte – massereiche und instabile Sterne, potenzielle Vorläufer von Supernovae. Bislang gibt es jedoch keine endgültige Bestätigung für die Existenz eines solchen Sterns in PMR 1 oder seinem Schwesternebel PMR 2. Daher ziehen Forscher eine alternative Theorie in Betracht: Möglicherweise handelt es sich beim „Nackten Schädel“ um einen gewöhnlichen planetarischen Nebel. In diesem Fall wäre er von einem masseärmeren Stern, ähnlich der Sonne, entstanden, der während seiner Phase als Roter Riese seine äußeren Schichten abgestoßen hat und sich allmählich in einen Weißen Zwerg verwandelt.

Zur Erinnerung: Im frühen Universum wurde ein Schwarzes Loch entdeckt, das schneller wuchs als erwartet.

Fortsetzung folgt…

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