Sehr hoher Nickelgehalt auf dem Mars entdeckt

Sehr hoher Nickelgehalt auf dem Mars entdeckt

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Der NASA-Rover Perseverance hat ungewöhnlich hohe Nickelkonzentrationen in uralten Marsgesteinen entdeckt. Dies könnte darauf hindeuten, dass vor Milliarden von Jahren in dieser Region eine deutlich komplexere und chemisch reichhaltigere Umgebung existierte als bisher angenommen.

Die Entdeckung wurde in der Neretva-Vallis-Region gemacht, und ihre Zusammensetzung ähnelt mineralogischen Strukturen auf der Erde, die mitunter mit möglicher mikrobieller Aktivität in Verbindung gebracht werden. Wissenschaftler betonen jedoch, dass dies kein Beweis für Leben auf dem Mars ist, sondern lediglich ein weiterer Hinweis darauf, dass die Bedingungen dort potenziell für biologische Prozesse günstig gewesen sein könnten.

Seit seiner Landung im Februar 2021 erkundet der Rover den Jezero-Krater, ein uraltes Becken mit einem Durchmesser von etwa 45 km, das vermutlich einst ein See war. Laut Dr. Henry Manielski und seinen Kollegen von der Purdue University weist die Kraterstruktur deutliche Spuren urzeitlicher Wasseraktivität auf: Flussläufe, geschichtete Sedimentablagerungen und andere geologische Anzeichen von Wasser.

Der Rover Perseverance erreichte später das Neretva-Tal, ein altes Flussbett, in dem Gesteine ​​erhalten geblieben sind, die etwa drei Milliarden Jahre alt sind.

Zur Analyse der Gesteine ​​nutzte der Rover verschiedene wissenschaftliche Instrumente: Laserspektrometer, Infrarotsensoren und Röntgensysteme. Laut Daten, die in Nature Communications veröffentlicht wurden, wurde Nickel in 32 der 126 analysierten Proben nachgewiesen, mit einem Gehalt von bis zu 1,1 Masseprozent.

Sehr hoher Nickelgehalt auf dem Mars entdeckt 1

Manielski zufolge gilt Nickel auf der Erde und dem Mars üblicherweise als Spurenelement, da es während der Planetenentstehung hauptsächlich in den Kern aufgenommen wird. Daher ist sein signifikantes Vorkommen an der Oberfläche von Interesse und trägt zu einem besseren Verständnis der Gesteinsbildung und der anschließenden Gesteinsumwandlung bei.

Dies ist der höchste jemals in Marsgestein gemessene Nickelgehalt. Darüber hinaus wurde es zusammen mit Eisensulfidmineralien und Sulfaten wie Jarosit und Akaganeit gefunden – Verbindungen, die durch die allmähliche Zersetzung von Gesteinen entstehen.

Auf der Erde kommen nickelhaltige Eisensulfide in alten Sedimentschichten vor. Solche Mineralien zersetzen sich in sauerstoffreichen Umgebungen leicht, daher deutet ihre Erhaltung in alten Gesteinen oft darauf hin, dass die frühe Erdatmosphäre sauerstoffarm war.

Wissenschaftler stellen fest, dass die Marsmineralien in dieser Region Pyrit, einem auf der Erde häufig vorkommenden Eisensulfid, bemerkenswert ähnlich sind. Auf unserem Planeten sind solche Formationen oft mit mikrobiellen Prozessen verbunden, insbesondere in sauerstoffarmen Umgebungen und in Gegenwart von Sulfaten und Eisen.

Eisensulfide und organische Kohlenstoffverbindungen wurden ebenfalls in denselben Gesteinen gefunden. Diese Kombination kann sowohl durch biologische Prozesse als auch durch rein chemische Reaktionen entstehen. Laut den Forschern könnte das Vorhandensein nickelreicher Gesteine ​​theoretisch Bedingungen geschaffen haben, unter denen potenzielle Mikroorganismen auf dem Mars Zugang zu diesem Element in bioverfügbarer Form gehabt hätten. Der Ursprung des Nickels ist jedoch weiterhin unklar. Er könnte mit vulkanischer Aktivität und der Verwitterung lokaler Gesteine ​​sowie mit dem Eintrag nickelhaltiger Meteoriten zusammenhängen.

Wissenschaftler betonen, dass weitere Forschung nötig ist, um die Nickelquelle im Neretva-Tal genau zu bestimmen und zu verstehen, ob ein Zusammenhang zwischen diesem Element und organischem Material in der Region besteht.

Zur Erinnerung: Wissenschaftler haben einen Planeten mit einer unerwarteten Atmosphäre entdeckt.

Fortsetzung folgt…

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